Veranstalter von Sachpreisturnieren freigesprochen

Eine Zeit lang sah es ja hierzulande etwas düster aus in der Live Poker Szene. Es kam zu Razzien in denen sogar Turniere von der Polizei gestürmt wurden, die eigentlich nur Sachpreise als Gewinne anboten und damit theoretisch im Rahmen des juristisch Erlaubten seien.

Aber wie so oft gibt es wohl auch dort innerhalb des Erlaubten eine Grauzone, in der sich Veranstalter für die Justiz angreifbar machen. In der Vergangenheit gab es teilweise sogar Beispiele, in denen die Sachpreise in einen Geldwert umgerechnet wurden und deshalb Anklage erhoben wurde.

Oder noch skurriler; der mögliche Gewinn von anderen großen Poker-Turnieren, zu denen man als Sachpreis ein Ticket gewinnen konnte wurde als Geldpreis umgerechnet. So kam es bereits öfters zu Anklagen gegen Veranstalter, die eigentlich glaubten alles richtig gemacht zu haben.

So ähnlich war es auch in den Jahren 2007 und 2008, wo jeweils ein Sachpreisturnier von der Polizei hochgenommen wurde. Beide Turniere waren sich in der Struktur sehr ähnlich und es gab bei beiden Sachpreise zu gewinnen, die von Sponsoren bereitgestellt wurden. So ging auch die Polizei in beiden Fällen ähnlich vor, als sie die Razzia durchführten. Die Pokertische wurden samt Equipment beschlagnahmt und auch die Sachpreise gingen als Beweismittel vors Gericht. Gegen die Veranstalter wurde dann Anklage wegen dem Angebot von illegalem Glücksspiel erhoben.

Nun wird jedem aufgefallen sein, dass diese beiden Fälle schon ein paar Jahre zurückliegen. Aber die Mühlen der Justiz mahlen nun mal langsam. Im Juni diesen Jahres wurde dann aber endlich das Urteil verkündet; die Veranstalter der Turniere wurden freigesprochen, die Verfahrenskosten gehen aufs Haus des Staates und es gibt sogar eine Entschädigung für die freigesprochenen Angeklagten in Höhe der Schäden die ihnen durch diese Klage entstanden sind. Damit hat der rechtliche Streit um Sachpreisturniere endlich einen Abschluss gefunden, denn diese Fälle können nun als Präzedenzfälle herhalten.

geschrieben am 22.07.2011 von Kristina Pechstein


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