Überfall auf European Poker Tour vermutlich von Amateuren begangen
Bezüglich des Raubüberfalls am Sonntag auf den Veranstaltungsort der European Poker Tour in Berlin hat die Polizei noch keine heiße Spur. Man hat noch alle Hände voll zu tun, die Hinweise zu sammeln und zu sortieren. Immerhin konnte die erbeutete Summe festgestellt werden, sie beläuft sich auf eine knappe Viertelmillion.
Der Chef der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, ist dennoch zuversichtlich, dass die Täter in Kürze ermittelt und gefasst werden können. Er begründet dies damit, dass die Vorgehensweise beim Überfall und die mitgeführten Waffen nicht professionell sondern eher dilettantisch anmutet. Zumal die Räuber eine Menge Spuren hinterließen und es laut ihm von einer seltenen Dummheit zeugt, die Tat vor den laufenden Überwachungskameras zu begehen.
Er fordert die drei Herren auf, sich bei der Polizei zu erkennen zu geben und das entwendete Geld gleich dort abzugeben, vielleicht erwartet sie dann eine mildere Gefängnisstrafe. Wendt kritisiert auch die Leichtsinnigkeit der Veranstalter. Bei solchen hohen Summen, die zudem noch als Bargeld aufbewahrt werden, müssten mehr Sicherheitsleute vor Ort sein, um einem solchen Ereignis vorzubeugen. Eine gute Idee wäre es, wenn man weniger Preisgeld aber dafür mehr Wachleute bereithalten würde.
Wenn dies am vergangenen Sonntag der Fall gewesen wäre, hätte das Vorhaben der Täter mit Sicherheit vereitelt werden können. Der Wachmann des Hauses, der das Turnier schützen sollte, konnte einen der Diebe festhalten und ihm um einen Teil des Diebesguts und die Waffe erleichtern. Als jedoch weitere zwei Räuber hinzukamen, ließ er von dem Mann ab, um sich selbst zu schützen.
Diesem Sicherheitsmann ist es zu verdanken, dass ein Teil des gestohlenen Geldes gerettet werden konnte. Dieser Überfall schweißt die Mitspieler, die am planmäßig weiterlaufenden Turnier teilnehmen, eng zusammen. Die Stimmung unter ihnen war seit dem Horrorraub war niemals so gut. Die European Poker Tour hat bereits einen Sieger: Der amerikanische Spieler Kevin MacPhee konnte das Turnier klar für sich entscheiden und das satte Preisgeld von über einer Million Euro mit nach Hause nehmen.
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