Studie zur Suchtgefahr bei Texas Holdem

Online Poker zählt auf der Welt zu dem beliebtesten Glücksspielbereich. Im Laufe der letzten Jahre ist Online Glücksspiel immer mehr zum Trend geworden. Klar dass sich aus diesem Grund auch mehr Experten mit dem Thema beschäftigen.

Derzeit läuft eine aktuelle Studie von Seiten des Forschungsinstituts für Glückspiel und Wetten, die wiederum durch die TÜV TRUST IT Unternehmensgruppe TüV AUSTRIA beauftragt wurden, welche sich mit dem Thema der Suchtgefahr bei Online-Poker beschäftigt. Im Nächsten Jahr sollen die endgültigen Ergebnisse dieser Studie präsentiert werden. Vorläufig gibt es erste Resultate, die darauf hindeuten, dass bisher Online-Poker als mittelmäßig suchtgefährdent eingestuft wird, gleichzusetzen mit Sportwetten.

Erstellt wurde von den Verantwortlichen bereits ein Thesenpapier, welches öffentlich zugänglich gemacht wurde. Dieses handelt etwa sieben Punkte ab, die im Folgenden näher erläutert werden sollen. In Punkt eins des Thesenpapiers wird deutlich gemacht, dass der Online-Poker Markt Deutschlands weltweit der zweitgrößte ist. Diesen Platz konnte der Deutsche Online-Poker Markt sich erkämpfen, obwohl das Online Glücksspiel in Deutschland bisher nicht reguliert ist und demnach derzeit noch verboten wird. Etwa ein Prozent der Deutschen spielen dennoch Online-Poker im Internet, was insgesamt einen 10 prozentigen Anteil im Vergleich mit der ganzen Welt ausmacht.

Deutlich wird anhand dieser Prozentzahlen vor allen Dingen, dass ein Online-Poker Markt in Deutschland vorhanden ist. Experten meinen, dass es sinnvoll sei, diesen zu regulieren. Wenn dieses nicht getan wird, dann wird der Schwarzmarkt sich weiter ausdehnen und die Kriminalität und die Suchtgefährdung könnten dadurch nur stärker zunehmen. Zudem kann die Suchtprävention nicht ausreichend angewendet werden, da die meisten Spielsüchtigen oder Suchtgefährdeten durch den Schwarzmarkt nicht erfasst sind und auch nicht kontrolliert werden können. Der Spielerschutz kann aus diesen Gründen so gut wie gar nicht gewährleistet werden und den Schaden trägt am Ende die Gesellschaft.

Der existierende Schwarzmarkt bringt zudem weitere negative Folgen mit sich. So zum Beispiel bietet der Schwarzmarkt genügend Raum für anwachsende Kriminalität, zum Beispiel im Bereich der Geldwäsche. Durch diese entsteht im Land ein großer wirtschaftlicher Schaden, woran zu sehen ist, was für weitreichende Folgen der unregulierte Online-Glücksspielmarkt auf Dauer haben kann. Die Studie ergab außerdem, dass Online-Poker einen größeren Marktanteil in Deutschland hat als die Online-Sportwetten. Der Unterschied liegt etwa bei vier Prozent.

Um das Suchtpotential bestimmter Spiele messen zu können, im Speziellen auch im Falle des Texas Holdem Pokers, welches die meist gespielte und am weitesten verbreitete Spielform ist, wurde das Assessment Tool to Measure and Evaluate the Risk Potential of Gambling Products - AsTERiG entwickelt. Mit Hilfe dieses Instruments wird das Gefährdungspotential von bestimmten Glücks- oder Geschicklichkeitsspielen gemessen.

Dadurch ist auch der Vergleich zwischen den einzelnen Glücksspielformen möglich. Auch kann man mit Hilfe des AsTERiG herausfinden, wo die Gefahr herrührt und somit kann dann für die Zukunft bessere Prävention gewährleistet werden. Das Instrument wird von vielen Institutionen genutzt und hat sich als äußerst hilfreich erwiesen, auch gerade für dir Regierung und in Bezug auf verschiedene Rechtsprechungen.

In Zuge der derzeit noch laufenden Studie wurde im Speziellen die Spielvariante Texas Holdem als mittelmäßig suchtgefährdent eingestuft, auf einer Skala von eins bis fünf. Den gleichen Platz belegen in Bezug auf die Suchtgefährdung die Sportwetten.

Durch die Studie unterstreichen die Verantwortlichen dass die Herangehensweise der 15 Bundesländer in Bezug auf den Glücksspielstaatsvertrag nicht unbedingt richtig sein kann. In dem künftigen Glücksspielstaatsvertrag werden zum Beispiel Sportwetten berücksichtigt, jedoch wird Online-Poker ausgeklammert, da hier die Suchtgefahr zu hoch sei.

Die Studie wiederlegt dies jedoch. Gewünscht wird von vielen Seiten, dass eine einheitliche Regelung gefunden werden kann, die die Regulierung des Glücksspielmarktes in Deutschland vorsieht, den Schwarzmarkt verdrängt und damit auch die Kriminalität und die Suchtgefahr verringert. In Zukunft sollte dann außerdem wieder der Spielerschutz gewährleistet werden können.


geschrieben am 16.12.2011 von Stefan Endres


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