Spielgeld-Hacker zu zwei Jahren verurteilt

Ashley Mitchell muss ins Gefängnis und das nicht zu knapp. Für volle zwei Jahre muss der Britte nun auf dem Komforts eines Zuhauses verzichten und alles nur, weil er Spielgeld gestohlen hat. Zugegeben, es war eine ganze Menge Spielgeld - genauer gesagt etwa 400 Milliarden Chips. Die hat er sich bei dem Facebook-Poker-App von Zynga erhackt.

Inzwischen gibt es auch nähere Informationen, wie Mitchell das angestellt hatte. Bisher waren die Informationen immer, er habe virtuelle Chips gestohlen, was in den Ohren von dem der sich auch nur ein wenig mit Online Poker auskennt ausgesprochen seltsam klingt. Tatsächlich hat er aber zwei Accounts gehackt, die zwei Mitarbeitern von Zynga gehörten.

Von deren Konto aus überwies er sich diese enorme Menge virtuellen Spielgelds und so kam die ganze Sache dann natürlich auch ans Licht. Mitchell benutzte wohl sogar seine eigene Facebook-Seite, um auf das Spiele-App zuzugreifen. Laut den offiziellen Aussagen des Unternehmens Zynga, das auch für solche Facebook-Hits wie FarmVille verantwortlich ist, hatten die 400 Milliarden Chips Spielgeld einen Marktwert von 11,4 Millionen Dollar.

Da fragt man sich schon, wie dieser Wert zustande kommt. Fraglich ist auch, ob sich Mitchell diesem Wert bewusst war. Er verschleuderte ein Drittel der virtuellen Chips über das Internet und bekam dafür 60 tausend Pfund - ein echtes Schnäppchen, wenn man so will.

Aber trotz der Rechnungen zu dem tatsächlichen Wert des gestohlenen Spielgelds und der offensichtlichen Dreistigkeit, mit welcher der Hacker bei dem Diebstahl vorging, erscheint doch zwei Jahre Haft wie eine ausgesprochen harte Strafe. Im Vergleich dazu könnte man den Pokerraub von Berlin anbringen, wo ein tatsächliches Pokerturnier von maskierten Tätern ausgesprochen brutal überfallen wurde. Dort wurde eine große Menge an Bargeld erbeutet. Aber hier war selbst die höchste verhängte Strafe gerade mal 3 Jahre und 9 Monate.

geschrieben am 28.03.2011 von Kristina Pechstein


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