Schleswig-Holstein und seine Casinos
Schleswig-Holstein ist der Vorreite in Deutschland, was den Markt für Glücksspiel angeht. So viel weiß man ja. Gerade darum wirkt die aktuelle Nachricht aus dem Norden Deutschlands für Verwunderung, denn dort sollen die Casinos an den meistbietenden abgestoßen werden.
Insbesondere betrifft diese Entscheidung Travemünde, denn das dort befindliche Casino will man in Kiel unbedingt loswerden. Zu diesem Zweck wurde eine Bietverfahren eingeleitet, das bis über die Grenzen von Deutschland hinaus seine Gültigkeit hat: So wird nun in ganz Europa nach dem Meistbietenden gesucht, der das Casino Travemünde übernehmen will.
Dieser Schritt mag auf den ersten Blick verwunden, hat man doch im Kiel bisher immer an den Casinos festhalten wollen. Man hat sich auch immer angestrengt, die gesetzlichen Reglementierungen für die staatlichen Casinos zu entspannen. Aber offenbar waren das alle nur Versuche, um die Casinos in Schleswig-Holstein zu retten, denn diese befinden sich schon seit geraumer Zeit stark in der Krise.
Allein in diesem Jahr sollen die Umsätze aus den Spielbanken im Norden voraussichtlich um 16,5 Millionen Euro zurückgehen. In den Jahren Davor war die Summe noch höher und so manches Casino in Schleswig-Holstein schreibt schon lange keine schwarzen zahlen mehr. Flensburg, Kiel, Schenefeld und Sylt betrifft diese Regression, aber vor allem Travemünde ist das Sorgenkind der Kieler Regierung. Dort haben sich die Umsätze in den letzten Jahren halbiert.
Darum setzt man nun auf private Akteure im Casino-Zirkus und hofft, das man die Spielhallen in Sylt und Travemünde durch diese Versteigerung noch retten könne. Dieses Vorhaben bestätigte auch Hans-Jörn Arp und Verwies auch auf die Arbeitsplätze, die mit den besagten Spielbanken stehen und fallen. Außerdem sei der Zeitpunkt für einen verkauf Ideal gelegen, denn mit den durchgeführten und kommenden Liberalisierungen des Glücksspielmarktes in Schleswig-Holstein könnten die Casinos auf private Investoren sehr attraktiv wirken.
Die bisherige Politik war also eine Strategie, um den verkauf schmackhafter zu machen. Es wird sich zeigen müssen, ob die Strategie der Kieler aufgehen wird.
2012-05 2012-4 2012-3 2012-2 2012-1 2011-12 2011-11
2011-10 2011-9 2011-8 2011-7 2011-6 2011-5 2011-4
2011-3 2011-2 2011-1 2010-12 2010-11 2010-10 2010-9
2010-8 2010-7 2010-6 2010-5 2010-4 2010-3 2010-2
2010-1 2009-12 2009-11 2009-10