Pokerstars über die Skandale um Full Tilt
Die Skandale rund um das Thema Full Tilt sind derzeit in den Medien und in der Pokerszene ein gern diskutiertes Thema. Die Entwicklungen des Unternehmens sind noch unklar und keiner weiß genau, wie sich die Dinge für die Zukunft entwickeln werden.
Doch auch über die angeschuldigten Pokerstars Howard Lederer und Chris Ferguson wird debattiert, dies jedoch lediglich aufgrund von Meldungen in den Medien. Bei der European Pokertour 2011 haben zu diesem Thema auch Pokerprofis mit persönlicher Beziehung zu den Angeschuldigten ihre Statements dazu abgegeben.
In einem Interview spricht beispielsweise Doyle Brunson über die Anschuldigungen, die den Pokerstar Lederer hart getroffen haben müssen, so seine Einschätzung. Die beiden kennen sich schon eine lange Zeit und Brunson gibt an, dass er den Pokerspieler für einen ehrlichen Mann halte und davon ausgehe, dass der Spieler über die Machenschaften des Unternehmens nicht im Bilde gewesen sein muss.
Das Unternehmen Full Tilt habe betrogen und mit Geldern gewirtschaftet, die nicht vorhanden waren, so lautet der Vorwurf gegenüber dem Unternehmen. Berühmte Pokerstars, wie beispielsweise Lederer und Ferguson, sollen bewusst in die Machenschaften integriert worden sein. Die Justizbehörden haben Anklage erhoben, wobei Lederer angeblich eine Summe in Höhe von 41 Millionen Dollar erhalten haben soll und Ferguson etwa einen Betrag in Höhe von 25 Millionen Dollar.
Das Unternehmen sei schon vor dem Black Friday insolvent gewesen und habe sowohl Kunden als auch Experten aus der Pokerszene über diesen Fakt hinweggetäuscht. Während das Unternehmen nur noch 60 Millionen Euro besessen haben soll kursierten im Netzwerk Spielgelder in Höhe von 390 Millionen Euro. Dies wird heute als zusätzlicher Grund gesehen, warum das Unternehmen die ehemaligen Full Tilt Kunden bis heute nicht ausbezahlen kann.
Auch der Pokerprofi Barry Greenstein kennt die beiden Beschuldigten Pokerstars seit vielen Jahren und glaubt nicht an schlechte Absichten der beiden Pokerspieler. Er ist überzeugt davon, dass ein Diebstahl nicht vorgesehen war und die beiden Pokerspieler aufgrund des schlechten Managements und der schlechten Unternehmensführung in eine verfahrene Situation geraten sind, aus der sie nicht so schnell wieder herauskamen. Als passend zu dieser Zeit der Black Friday kam, konnte die Situation nicht mehr schnell genug behoben werden. An Betrug glaubt der bekannte Pokerspieler in keinem Fall, jedenfalls nicht von Seiten seiner Pokerkollegen.
Nach den Anschuldigungen äußerte sich Full Tilt in verschiedenen Pressemitteilungen zu der scheinbar ausweglosen Situation. Die komplizierte Unternehmenssituation und der Untergang nach dem Black Friday erklären die Unternehmer mit Gründen wie den eingefrorenen Konten, nicht getätigte Zahlungen von Seiten der Dienstleister und Diebstahl. Hier sind vorzugsweise die Anderen Schuld an dem Desaster.
Hinzukommen die sogenannten Phantomgelder, die zur Kundengewinnung den Spielern gut geschrieben wurden, ohne dass die echten Gelder von betreffenden Konten eingezogen wurden. Es wurde mit Geldern gespielt die nicht vorhanden waren und so bemühte sich das Unternehmen, die herannahende Insolvenz vor der öffentlichkeit geheim zu halten. Auch die Eigner wurden über diese Faktoren angeblich nicht informiert.
Beide Pokerkollegen, Greenstein und Brunson, glauben an die Unschuld und die Unwissenheit ihrer Spielkollegen. Da sie sich persönlich kennen, können sie sich nicht vorstellen, dass die Pokerstars mit böser Absicht einen Betrug geplant hätten. Die gröbsten Fehler werden hier auf der Seite des Unternehmens vermutet. Es wird außerdem angenommen, dass die Pokerspieler keine guten Geschäftsmänner seien, weil sie in erster Linie Spieler sind und daher die Machenschaften wohl nicht schnell genug durchschauen konnten, so Brunson.
Auf die Frage hin, inwieweit die amerikanische Regierung an der Situation Schuld haben könnte sind sich beide Pokerprofis einig. Die Skandale von Full Tilt wurden nicht durch die Regierung geschaffen oder ausgelöst, hierfür sei das Unternehmen selbst verantwortlich. Trotzdem bemerken die Pokerstars, dass durch den nicht regulierten Markt Situationen entstanden sein könnten, die bestimmte Leute und auch Unternehmer in die falsche Richtung getrieben haben könnten.
Durch die gesetzlichen Regelungen des Landes gab es für den Schwarzmarkt und damit für illegale Machenschaften eine gute Grundlage, so die Pokerer. Auch hier schlagen die Spieler vor, dass ein regulierter Markt nicht nur der Pokerszene zu Gute kommen würde, sondern dass der Staat dadurch zusätzliche Gelder einnehmen könnte, die dem Land mit Sicherheit positiv zur Geltung kommen würden.
An dieser Stelle sollte die Regierung ansetzen, um einen regulierten Pokermarkt zu schaffen und illegale Machenschaften weitestgehend aus der Pokerwelt, der gesamten Glücksspielwelt und damit aus Amerika zu verdrängen.
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