Poker in der Schweiz weiterhin ein Glücksspiel

Wie in vielen anderen Ländern ist auch in der Schweiz die Front um das belebte Kartenspiel Poker hart umkämpft. Jetzt mussten aber leider die Befürworter einer Legalisierung des Spiels einen herben Rückschlag hinnehmen.

Der Ursprung der Diskussion ist schon am Anfang dieses Jahres zu finden, als man beim Schweizer Bundesgericht über die Einstufung von Poker entschied. Man kam damals zu dem Schluss, dass bei dem beliebten Kartenspiel nicht der Lernfaktor und die Strategie des Spielers die entscheidende Rolle spiele, sondern das Glück für den Ausgang einer Partie im wesentlichen verantwortlich wäre. Somit war für das Schweizer Bundesgericht entschieden, dass Poker kein Geschicklichkeitsspiel, sondern ein Glücksspiel sei.

Die weit reichenden Folgen dieser Einstufung fanden sich darin, dass für private Anbieter das Veranstalten von Pokerturnieren verboten wurde. Pokern war nun ausschließlich in Casinos erlaubt. Entsprechend empört reagierten die schweizerischen Befürworter des Kartenspiels und man startete im Rahmen des Protestes eine Gegeninitiative.

Besonders die beiden Schweizer Abgeordneten Jean-Pierre Grin - Nationalrat der SVP - und Jacqueline Fehr - Nationalrätin der SP - setzten sich für eine änderung der Gesetzeslage ein. Ihr Hauptargument zielte darauf, das Verbot von Poker als Kontraproduktiv darzulegen. Der Gedanke dahinter beinhaltete, dass der Spielerschutz dadurch ad absurdum geführt würde, dass man nun Poker in Casinos anbiete. Besonders die jüngeren Spieler kämen so schnell mit anderem Glücksspiel in Kontakt, weil sie durch das Pokerangebot in Casinos gelockt würden.

Eine Argumentation, die man auch als Nicht-Schweizer gut nachvollziehen kann. Zu dieser absurden Konstellation kommt hinzu, dass sich viele schweizer Pokerspieler kriminalisiert fühlen, weil ihr geliebtes Hobby nun als illegal gilt. Und wer nun meint, das Pokern bleibe doch ein Kavaliersdelikt, der wird schnell eines Besseren belehrt; die ersten privaten Pokerrunden wurden schon von einem Polizeieinsatz beendet.

Und auch der Gesetzgeber blieb gegenüber der Protestaktion und der Gegenargumentation hart. Man sehe keine hinreichenden Gründe, die Gesetzeslage zu ändern. Pokern bleibt innerhalb der Schweiz nach wie vor nur in Casinos erlaubt.

geschrieben am 15.09.2010 von Kristina Pechstein


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