Geständnisse der Pokerräuber von Berlin

Die lange Geschichte um die Pokerräuber von Berlin schreibt nun ihr letztes Kapitel. Es ist schon mehr als ein viertel Jahr her, dass bei der European Poker Tour Berlin vier Männer mit Macheten hereinstürmten und gewaltsam das Preisgeld an sich nahmen. 242 tausend Euro wurden damals erbeutet und der überfall live durch die Medien geschickt.

Inzwischen stehen die Pokerräuber bereits vor Gericht. Aufgrund von hohem Druck bei der Fahndung und einem frühen Geständnis durch einen der Tatbeteiligten wurden schnell 6 Tatverdächtige durch die Polizei festgenommen. Vier davon wird nun der Prozess gemacht und drei davon haben bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Am Donnerstag soll auch das vierte zu Protokoll gegeben werden.

Der erste geständige Täter war Vedat S., der dem Druck der Fahndung nicht standhielt und sich selbst der Polizei auslieferte. Vor Gericht wiederholte er das bereits gebrachte Geständnis.

Es ist kein Geheimnis, dass die vier, teils sehr jungen Männer mit hohen Haftstrafen rechnen müssen. Die Anklageschrift nennt schweren Raub und gefährliche Körperverletzung als Tatbestand. Man spricht davon, dass das Geständnis strafmildernd wirken soll.
Allerdings erzeugt manches Geständnis auch einen faden Beigeschmack, wie beispielsweise wenn der Tatverdächtige Jahid C. in seinem Geständnis beteuert, dass es ihm leid tue die Wachmänner der EPT Berlin geschubst zu haben. Die überwachungsvideos zeigten allerdings kein schubsen, sondern ein sehr brutales Vorgehen des Täters.

Zusätzlich kommt aber für die geständigen Tatverdächtigen begünstigend hinzu, dass vier der Täter vor Gericht höchstwahrscheinlich als Jugendliche behandelt werden. Dies sollte die Strafe weiter mildern.

Für die erwachsenen Täter des Pokerraubes wird aber ein gesonderter Prozess angesetzt werden. Sie wurden nicht von den Kameras bei der EPT Berlin aufgenommen, denn ihre Rolle im überfall waren kleiner: einer der Täter saß an einem der Spieltische und gab per Handy die Anweisung, wann der überfall starten solle, der andere fuhr den Fluchtwagen.

Wie nun der Prozess um die Pokerräuber von Berlin zu Ende geht, bleibt abzuwarten. Nochimmer hofft man klären zu können, wo die erbeutete Summe verblieben ist. Das ist nämlich einer der letzten großen Fragen, die es während der Verhandlungen zu klären gibt, bevor sich dieser - zu trauriger Berühmtheit gelangte - Fall wieder schließen kann.

geschrieben am 18.06.2010 von Stefan Endres


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