Full Tilts Situation im Überblick
Die Ergebnisse des Hearings in London, bei dem Full Tilt erneut vor der Alderney Gambling Control Commission (AGCC) vorsprechen darf, werden von allen mit Spannung erwartet.
Diesmal findet das Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nachdem die AGCC beim letzten Mal entschlossen hatte, Full Tilt die Lizenz zu entziehen, ist die Spannung darüber nachvollziehbar, wie sich die Zukunft des Unternehmens Full Tilt abzeichnen wird.
Thematisiert werden unter anderem die Zukunftsabsichten von Full Tilt. Wird das Unternehmen verkauft oder nicht? Wie sieht die finanzielle Situation des Unternehmens aus? Dies sind wohl zentrale Punkte, die bei dem Hearing abgearbeitet werden müssen.
Die Geschehnisse rund um Full Tilt und die damit einhergehende Kriese begannen an dem Tag des Black Fridays in den USA: dem 15. April 2011. Durch das US-Justizministerium wurden die größten Online-Poker-Anbieter an diesem Tag geschlossen. Dieser Schlag kam sowohl für die Anbieter als auch die Nutzer überraschend, schockierte die Glücksspielbranche und brachte Unsicherheit in die Branche, gerade was die Gelder und die Zukunft der Pokerräume in Amerika betraf.
Einer der Marktführenden Pokerräume war der von Poker Stars, welcher auch mit den Folgen des Black Fridays umgehen musste, sich jedoch schnell wieder fing und die Spieler auszahlen konnte. Währenddessen lagen nicht nur die Nerven der Unternehmer von Full Tilt vollkommen Blank, sondern es machte sich neben der Zahlungsunfähigkeit auch schon im Mai 2011 eine Ungewissheit über die Zukunft breit. Besonders die Nutzer der Pokerwebseite beschwerten sich über die Zahlungsunfähigkeit und wurden durch die Situation verunsichert.
Die prekäre Situation wurde im Anschluss durch die Klage von Phil Ivey nur noch verstärkt. Die Anschuldigungen von Seiner Seite bekämpfte Full Tilt mit einem öffentlichen Gegenschlag. Die Situation wurde für alle Beteiligten immer verfänglicher und durch die öffentliche Schlammschlacht verursachte das Unternehmen zusätzliche Unsicherheit bei den Usern. Im Juni sorgte eine weitere Meldung über Full Tilt für Aufregung und Schlagzeilen.
Das Unternehmen habe seine Zahlungsunfähigkeit selbst zu verantworten, da es bestimmten Usern eigenmächtig Kredite gewährt habe, die diese nun nicht zurückzahlen können. Durch diese gewährten Kredite könne das Unternehmen die User noch nicht ausbezahlen. Ende des Schlagzeilenträchtigen Monats wurde dem Unternehmen die Lizenz durch die AGCC entzogen.
Nachdem das Unternehmen im Internet nun nicht mehr verfügbar war, wuchs die Unsicherheit zunehmend, vor allem bei den Usern. Es wurden viele Gerüchte bekannt gemacht, wie zum Beispiel die Verhandlungsbereitschaft von Phil Ivey und mögliche Investoren, von denen jedoch heute keine Rede mehr ist. Im Juli gab es dann die erste Anhörung bei der AGCC.
Die Anhörung selbst brachte nichts, da Full Tilt erneut um eine private Audienz bat und nichts besprochen werden konnte. Um Phil Ivey gab es einige Gerüchte, wie zum Beispiel, dass dieser die Sammelklage aus eigenem Interesse machte, da er selbst hohe Schulden bei dem Unternehmen Full Tilt habe.
Im letzten Monat wurde gerade viel um die finanzielle Situation des Unternehmens spekuliert. Full Tilt zahlte einen Betrag für offene Lizenzgebühren an die AGCC. Gleichzeitig ließen die Unternehmer die ehemaligen Spieler von Full Tilt im Ungewissen und vor allen Dingen ohne diese auszubezahlen.
Nachdem Full Tilt dann mit der Nachricht an die öffentlichkeit ging, dass das Unternehmen höher verschuldet sei als eigentlich angenommen, wurde die Unsicherheit der ehemaligen Kunden noch größer. Full Tilt strebte bereits erste Personalkürzungen an. Zudem trudelten die ersten Sammelklagen gegen Full Tilt ein.
Die erneute Anhörung der AGCC wird hinter verschlossenen Türen stattfinden. Eigentlich sollte der öffentlichkeit eine Pressemitteilung zu der Situation des Unternehmens zugänglich gemacht werden, doch bisher war davon keine Rede mehr.
Insgesamt drei Sammelklagen wurden bereits gegen Full Tilt eingereicht und die gesamte Situation scheint unsicherer als zuvor. Die ehemaligen Kunden tappen im Dunkeln und wissen nicht, ob sie ihre Gelder jemals ausgezahlt bekommen werden oder nicht und was mit dem Unternehmen Full Tilt in Zukunft passieren wird.
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