Frauen und das beliebte Kartenspiel

Frauen und Poker ist ja schon längst keine ungewöhnliche Verbindung mehr. Online-Portale haben für weibliche Spieler separate Rooms, die World Series of Poker und andere große Turnierreihen haben ihre Ladies-Events und weibliche Konkurrenz an den Final Tables ist keine Seltenheit mehr.

Trotz der nennenswerten Erfolge von weiblichen Pokerpros werden doch ab und an Stimmen laut, dass Frauen doch grundsätzlich schlechter an den Kartentischen aufgehoben wären als Männer. Zuletzt kam ein solcher Kommentar sogar aus den eigenen Reihen der pokerbewehrten Frauen, als Annette Obrestad kommentierte: "Ich habe immer schon gesagt, dass Frauen schlecht pokern. Ich sage das, weil es eben so ist. Vielleicht sind sie einfach nicht so ehrgeizig und lernen nicht aus ihren Fehlern." Da fragt man sich doch, wie es Obrestad dann schaffte 2007 das Main Event der WSOPE zu gewinnen.

Um aber die weiblichen Spieler in der Szene zu ehren, wurden nun die Nominierten für die "Women in Poker Hall of Fame" bekanntgegeben. Annette Obrestad ist konsequenterweise nicht nominiert, dafür aber Jennifer Harman, Annie Duke, Joanne Liu, Betty Carey, Nani Dillison, Phyllis Caro und Kathy Liebert. Alles samt bekannte und erfolgreiche Namen, von denen einer am 3. September diesen Jahres den Titel erhalten wird.

Bereits in die Reihen dieser Hall of Fame der pokernden Frauen sind sieben Namen aufgenommen. Marsha Waggoner, Susie Isaacs, Jan Fisher, Cindy Violette, June Field, Barbara Enright und Linda Johnson haben diesen Ehrentitel verliehen bekommen.

Trotz diesem positiven Feedback durch Sponsoren und Veranstalter der Pokerszene, stehen einige Frauen diesen Entwicklungen kritisch gegenüber. Beispielsweise kommentierte Annie Duke schon mehrere Male, dass sie nicht viel von dem Ladies Event der WSOP hält. Auch Jennifer Harman zeigte schon ihre Skepsis diesem Phänomen gegenüber. Kommentare wie von Anette Obrestad heißen da natürlich die Diskussion an und wenn dann ein Shaun Deep sich in Frauenklamotten an die Tische des WSOP Ladies Event setzt, setzt bei vielen weiblichen Pokerpros das Verständnis aus.

Vermutlich fürchten die Pokerspielerinnen, mit einer solchen "Sonderbehandlung" durch spezielle Events trotzdem nicht ernst genommen zu werden. Sie möchten einfach an den Kartentischen der großen Events genauso selbstverständlich sitzen, wie jeder männliche Spieler auch. Trotz allem ist die Pokerwelt wohl auf dem besten Weg dahin und zumindest Shaun Deep hat sich in seinem Videoblog sehr reumütig über seinen Fehltritt geäußert.

geschrieben am 02.07.2010 von Stefan Endres


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