Dreistes Angebot für Full Tilt Spieler

Wer noch Geld auf den Konten des ruinierten Unternehmens Full Tilt hat, der hat nun noch weniger zu Lachen als bisher. Denn offenbar wird kaum mehr darüber diskutiert, ob die Gelder an die geschädigten Spieler überhaupt noch ausgezahlt werden.

Was ist nun aus den ganzen Ankündigungen geworden, dass die Auszahlung der Spieler die höchste Priorität habe? Insbesondere wirkt dies nun wie ein Hohn, da Full Tilt seit letzten Freitag bereits einen neuen Besitzer hat. Die Tapie Gruppe, die ihren Sitz in Frankreich hat, ist der neuen Besitzer von Full Tilt.

Allerdings entgegen der Erwartungen - oder vielleicht waren es auch nur Hoffnungen - dass ein neuer Investor auch Chancen auf Auszahlungen für die Spieler bringt, bietet die Unternehmensgruppe nun einen dreisten Tauschhandel für die Spieler an. So will es zumindest das Wall Street Journal wissen, dass man den Spielern mit den größeren Bankrolls bei Full Tilt im Austausch zum Erlass der Verbindlichkeiten anbieten möchte, stattdessen Anteile am Unternehmen zu erwerben.

Damit sollen die geschädigten Spieler, die seit dem 15. April auf ihr Geld warten, also abgespeist werden; mit Anteilen an einem ruinierten Unternehmen. Dieses dreiste Angebot dürfte die Wut in der Pokerszene in der nächsten Zeit noch weiter hochkochen lassen. Im Moment hat das Unternehmen Full Tilt noch etwa 300 Millionen Dollar Schulden bei seinen ehemaligen Spielern.

Die Informationen, wie viel Geld man dieser Summe seitens Full Tilt noch entgegenstellen kann, sind sehr wage. Man schätzt die liquide Summe auf ca. 60 Millionen Dollar. Wo ist das Rest des Vermögens hin? Nun, allein 444 Millionen Dollar haben sich die Eigner des Unternehmens bereits selbst ausgezahlt. Dann liegen nocheinmal knapp 350 Millionen bei dem Department of Justice durch Beschlagnahmung.

Wer nun denkt, dass diese Summe ja an die Spieler weitergeleitet werden könne, irrt. Denn das Department of Justice stellt selbst Milliarden-schwere Entschädigungsforderungen an das ruinierte Unternehmen und wird das Geld wohl kaum noch freigeben.

geschrieben am 07.10.2011 von Stefan Endres


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