Doyle Brunson kommentiert Hall of Fame Kandidaten

Nun ist es schon nichtmal mehr ein Monat, bis die neuen Mitglieder in die Hall of Fame der Pokerszene aufgenommen werden. Stattfinden soll das Ganze nämlich am 7. November, wenn auch der Final Table des Main Events der diesjährigen World Series of Poker gespielt wird.

Die Aufnahmekriterien für diese Ruhmeshalle sind allerdings hart und die Kandidaten - wenn auch mit viel Aufwand ausgewählt - werden natürlich dabei kräftig diskutiert. Eine der bedeutenderen Stimmen bei dieser Diskussion sollte Doyle Brunson darstellen, der nun seine Meinungen über die Kandidaten kundgab.

Erwähnenswert wäre bei Brunsons Stellungnahme zunächsteinmal, dass er voll und ganz die harten Aufnahmekriterien für die Hall of Fame anerkennt. Für diese Ehrung muss es unerlässlich sein, dass sich die Spieler bereits gegen die anerkannte Konkurrenz durchgesetzt haben und dabei sieht Brunson vor allem den Faktor als entscheidend, dass es sich um Cashgames gehandelt haben sollte. Besonders knifflig für alle Nominierten dürfte der Faktor "test of time" ausfallen; der Spieler muss über einen längeren Zeitraum hinweg auf einem konstant hohem Niveau gespielt haben.

Unter Berücksichtigung dieser wichtigen Kriterien hat Brunson auch seine Favoriten für diese Ehrung genannt. Seine Nummer eins ist Erik Seidel, den er tatsächlich mit Chip Reese verglichen hatte. Ein großes Kompliment, denn Reese - der im Dezember 2007 verstarb - gilt als einer der besten Pokerspieler, welche die Szene hatte. Neben Seidel hätten wohl auch Phil Ivey und Barry Greenstein gute Chancen, kommentiert Brunson weiter.

Deutlich skeptischer ist der "Texas Dolly" bei den Kandidaten wie Chris Ferguson und Scotty Nguyen. Hier äußerte Brunson sogar Zweifel, ob die beiden denn wirklich die Kriterien für die Hall of Fame erfüllen. Besonders Nguyen musste dabei Kritik hinnehmen, als Brunson an das HORSE -Turnier von der WSOP 2008 erinnerte. Damals erschien Nguyen betrunken am Final Table und beschimpfte Personal und Mitspieler - gewann aber dennoch.

Die schlechtesten Chancen auf die Hall of Fame haben aber wohl die beiden nominierten Frauen. Brunsen hält zwar sowohl Jennifer Harman, als auch Linda Johnston für gute Spielerinnen, aber die scheitern an der Kategorie "test of time". Wie gut die Prognosen des Poker-Urgesteins nun zutreffen werden, werden wir bald erfahren. Eins sollte aber außer Frage stehen; dass ein zehnfacher Bracelet-Träger weiß wovon er spricht.

geschrieben am 13.10.2010 von Karl Lohmann


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