Der Fall des Van der Sloot
Die jüngsten Skandale in der Pokerszene zeigen, dass es noch immer schwarze Schafe im Umfeld des strategischen Geschicklichkeitsspiels gibt.
Aber die meisten Angelegenheiten verblassen, wenn man auch Figuren wie Joran Van der Sloot zu sprechen kommt. Der Niederländer hat sich nämlich nicht wegen irgendwelcher Betrügereien vor dem Gesetz zu verantworten, sondern gilt in zwei Mordfällen als Hauptverdächtiger.
Der erste Fall betrifft die junge US-Amerikanerin Natalee Hollaway, die im Jahr 2005 spurlos verschwunden ist. Der Letzte, der mit der jungen Frau in Kontakt stand, war der damals noch 17 Jahre alte Van der Sloot. Zwar ist nach seiner Aussage deutlich, dass er Natalee Hollaway geschlagen und gewürgt haben soll, aber aufgrund weiterer Beweise konnte man ihn nicht überführen und Van der Sloot war wieder auf freiem Fuß.
Sehr aktuell ist nun wieder der zweite Fall in der grausigen Akte von Van der Sloot. Denn im Jahr 2010 soll er - im Alter von 21 Jahren - Stephany Ramirez Flores in ihrem Hotelzimmer mit einem Tennisschläger zu Tode geprügelt haben. Das ganze Fand während der Latin American Poker Tour statt, zu der Van der Sloot als Pokerspieler angereist war. Während einer Partie Online Poker auf dem Hotelzimmer soll Stephany Ramirez Flores den jungen Mann provoziert haben, woraufhin es zum Todschlag kam. Kurz darauf wurde Van der Sloot auf der Flucht festgenommen.
Weshalb dieser Fall nun wieder so aktuell ist, ist die Tatsache, dass der Pokerspieler noch immer nicht verurteilt wurde und nach dem peruanische Gesetz muss ein Verdächtiger 18 Monaten nach seiner Verhaftung freigelassen werden, wenn bis zu diesem Zeitpunkt keine Verurteilung erfolgte.
Der Vater der Ermordeten berichtet deshalb verzweifelt: "Der Staatsanwalt bearbeitet den Fall nicht in der Geschwindigkeit, wie es bei einem Fall dieser Größenordnung angebracht ist. Wir fordern, dass der Staatsanwalt von dem Fall abgezogen wird und sich jemand um die Sachlage kümmert, der dafür kompetent genug ist." Hoffen wir, das sein Appell bei den peruanischen Behörden Anklang findet.
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