Deep Stack Turniere - der neue Trend?

Ab und an gibt es ja neue Trends in der Pokerszene, die plötzlich auftauchen und an denen sich dann aber alle erfreuen. In diesem Fall ist es nicht mal ein neuer Trend, sondern ein Alter von 2008, der sozusagen wiederentdeckt und aufgewärmt wurde.

Dabei handelt es sich um die so genannten Deepstack - Turniere. Bei Deepstack geht es eigentlich nicht um eine besondere Spielart des Pokerns, sondern was hier variiert wird sind die Einsätze. Signifikant für diese Variante ist, dass zum Start viele Chips ausgegeben werden und die Blinds nur langsam erhöht werden. Im Vergleich ist die Chipsmenge meist das Dreifache von regulären Turnieren und die Zeitspanne bis die Blinds sich erhöhen ist doppelt so lang.

Etwas in Verruf ist dieser Trend geraten, weil man es als Anfängerpoker ansah. Denn man kann hier verhältnismäßig lange spielen ohne große Verluste einzustecken oder durch die Blinds unter Druck zu geraten. So wird diese Turnierform vor allem für Einsteiger attraktiv, die zunächst Erfahrung sammeln wollen.

Aber bei genauerer Betrachtung bietet das Deepstack Turnier auch erfahrenen Spielern attraktive Möglichkeiten. So ermöglicht das langsamere Spieltempo ein ausgeprägteres Gefühl für Tisch und Gegner. Positionsspiel und Strategie werden wichtig. Besonders bei den niedrigen Blindstufen hält sich der Glücksspiel-Aspekt des Pokers deutlich in Grenzen.

Als Beleg für die neu entfachte Beliebtheit dieser Turnier-Variante ist das Kick Off to World Cup Break Deepstackturnier zu sehen, dass am Ende der vergangenen Woche die Teilnehmerrekorde im Pokerfloor Berlin-Potsdamer Platz brach. Und das ganze trotz einer sommerlichen Hitzewelle, die jede Klimaanlage in die Knie zwingt.

Nur 33 der angetretenen Spieler konnten es aber in die bezahlten Ränge schaffen und ihren Teil vom 16.650 Euro schweren Pot abzugreifen. Dabei war am Samstag das Finale erreicht und der Titel ging an Alexander Paul, welcher damit 2.470 Euro reicher ist. Deepstack sollte man also im Auge behalten. Es wird sicher noch einiges darüber zu hören sein.

geschrieben am 21.07.2010 von Kristina Pechstein


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