Was wird aus den Bayerischen Spielbanken?

Als die CDU Landesregierung in Bayern Mitte des Jahres 1995 das Gesetz für Spielbanken änderte, hätte man nie gedacht, wie katastrophal das Ganze 15 Jahre Später enden würde. Vier neue Casinos wurden eröffnet und das versprach enorme Einnahmen. Damit wuchs die Zahl der Spielbanken in Bayern auf insgesamt 9. Für den Bau wurde ein Stararchitekt verpflichtet - schließlich sollte das wirtschaftliche Zugpferd auch nach etwas aussehen. Und so wurden Millionen von Euro in das Projekt gesteckt.

Nun sind die Zahlen wieder in achtstelligen Höhen, nur sind sie diesmal rot geschrieben. Laut einer Pressemitteilung der Gründen sind es 25 Millionen Euro, welche die bayerischen Spielbanken in den letzten drei Jahren an Verlust gemacht haben. Gründe dafür sind vielseitig und oft zitiert. Die Wirtschaftskrise setzte den Casinos zu. Die Spieler kamen nicht mehr so Zahlreich an die Tische, weil sie ihre Freizeit nun anders gestalteten; Online Poker und Gambling war nun angesagt und man spielte lieber von zuhause, als im Casino.

Das Automatengeschäft wurde so und so mehr und mehr von den Spielhallen abgelaufen und letztlich war auch das Rauchverbot ein weiterer Nagel für den Casino-Sarg.

Heute sieht die Bilanz katastrophal für die bayerische Glücksspiellandschaft aus. Zwei der neun ansässigen Casinos sollen bereits geschlossen werden. Fünf weitere haben genug wirtschaftliche Probleme, dass ein ähnliches Ende auch dort abzusehen ist. Um hier zu retten, was zu retten ist, soll nun der Steuerzahler nachfinanzieren.

Ob das die Lösung ist, daran hat nicht nur Eike Hallitzky seine Zweifel: "Es ist nicht einzusehen, dass die Steuerzahler Spielbanken finanzieren müssen" kommentierte er die fragwürdige Entscheidung. Er ist Finanzexperte bei den Grünen und hat eine klare Vorstellung, in welche Richtung man das Steuer in dieser Situation umreißen muss: "Statt eine Bank nach der anderen zu schließen und die Steuerzahler weiter mit den Spielbankdefiziten zu belasten, soll sich die Staatsregierung jetzt von den staatlichen Spielbanken trennen und den gesamten Komplex privatisieren"

geschrieben am 04.02.2011 von Kristina Pechstein


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