Für Pokerprofi Greenstein ist "Black Friday" nicht schlecht

Im Zuge des Europa-Aufenthalts der "WSOPE" und der "EPT" wurde ein Interview mit Herrn Greenstein durchgeführt, der zu den Pokerprofis des Teams von "PokerStars" gehört.

Im Zuge des Gesprächs nahm er Bezug auf die Konsequenzen des "Black Friday" in der Glücksspielbranche und die Annehmlichkeiten eines Pokerprofis. Greenstein sagte, dass in der ersten Zeit nach diesem Ereignis die Cardrooms der Spielstätten sich vor Nutzern kaum retten konnten, eine gute Sache für den Live-Poker.

Doch seit der Pokerweltmeisterschaft sind ihm schlechte Folgen aufgefallen. Die Spieler verfügen über eine Menge Geld, das auf ihren Konten im Netz lagert, was besonders in den USA der Fall ist. Zudem nutzen die Spieler geringere Stakes wie vor dem Ereignis. Das Unternehmen, für das er arbeitet, könnte einen häufigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten nicht gutheißen, je nachdem was dort passiert.

Dann wäre es gut möglich, dass er sein Können mehr in Europa oder Lateinamerika zeigen muss. Damit er für sein Unternehmen dann weiterhin wichtig bleibt, wäre ein erhöhtes Reiseaufkommen sehr wichtig für ihn. Greenstein erklärt, dass er das virtuelle Pokerspiel auch vor dem großen Aufschwung nicht übermäßig in Schutz genommen hat. Er war sich stets im Klaren darüber, dass es sich hierbei um eine unproduktive Tätigkeit handelt.

Kindern, die dies gerne tun wurden, sagt er dann, dass es vernünftiger ist, weiterhin zur Schule zu gehen. In seiner Schulzeit hat er meistens am Wochenende seiner Leidenschaft gefrönt. Kinder, die in der Highschool sind, sollten seiner Meinung nach lieber sportlichen Aktivitäten nachgehen, anstatt dem Poker zu frönen. Als er seinen Job bei "PokerStars" antrat, da hat er seinem Arbeitgeber klar gesagt, dass er den jungen Leuten stets seine Meinung nahebringt.

Dies heißt nichts anderes, als dass die jungen Menschen übermäßig pokern und sich lieber anderen Dingen widmen sollten. Wenn seine Haltung seinem Arbeitgeber nicht gefällt, dann ist es besser, keinen Vertrag abzuschließen, dies hat Greenstein "PokerStars" offen gesagt. Doch die Geschäftsführung fand es gut, dass er sich nicht ändern will und dass es für das Unternehmen optimaler ist, wenn die Spieler ihrer Leidenschaft in der Freizeit nachgehen.

Auch wenn es alles andere als schön ist, der "Black Friday" musste geschehen. Seit diesem Ereignis hat er mit vielen niedergeschlagenen Spielern gesprochen, die dachten, das Leben hat nun keinen Sinn mehr.

Doch Greenstein glaubt nicht, dass sie ganz meinten, was sie sagten, aber so mancher Spieler zog einen Suizid in Erwägung. Der Poker-Gemeinschaft sagt er, dass wenn ihr Leben keinen Zweck mehr hat, nur weil es kein virtuelles Poker mehr gibt, dann sei der Zeitpunkt dieses Ereignisses nicht ganz so schlecht.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Spieler noch keine Familie. Er sagt auch, dass man seine ganzen Karten nicht auf eine Sache setzen soll, dies könnte ein Fehler in Bezug auf die Lebensführung des Spielers sein. In seinem Werk erläutert Greenstein, dass das Pokerspiel nicht im Mittelpunkt stehen sollte, sondern das eigentliche Leben.

Dies könnte ein Schuss vor den Bug für die Jugendlichen sein, die ohne Poker keinen Sinn mehr im Leben sehen, ist dies der Fall, dann haben sich die jungen Leute falsch verhalten.

Diese Nachricht sollten sie nutzen, damit sie erkennen, dass das Pokerspiel nicht das einzig Wahre im Leben ist. So manchen Menschen wird das nicht gefallen, doch ihm ist im Zuge des "Schwarzen Freitags" auch Geld verloren gegangen. Einen Großteil seines Geldes hat Greenstein auf Accounts im Internet, auf diese kann er nun nicht mehr zugreifen.

Wenn Spieler keine Gelegenheit mehr zum Pokern haben, rät er dazu, etwas anderes zu testen. Hat der Spieler keinen Abschluss gemacht, dann kann er ihn nachholen. Auf alle Fälle sollten die Nutzer etwas tun, was für sie von Belang ist. Als er noch jünger war und viel gepokert hat, hatte er auch andere Hobbys wie Lesen, Golf und Unternehmensgründung.

Deswegen war das Eintreten des "Black Friday" seiner Meinung nach nicht schlecht. Greenstein ist der Meinung, dass die Pokerwelt nicht der Realität entspricht und die Spieler etwas mehr Wirklichkeit nötig hätten. Er selbst wird bald 60 und er wird sich keinesfalls wünschen, mehr gepokert zu haben, da andere Dinge wichtig waren.

Er hat eine Menge in seinem Leben getan, er war Autor, Unternehmensgründer, Inhaber eines Doktortitels und Vater von sechs Kindern. Sein Leben war sehr reich, doch vielen Spielern, denen er begegnet, geht es nicht so. Er sagt, dass die Erfolge im Pokerspiel nicht tiefgreifend sind und so mancher Nutzer darüber erstaunt sein wird, wie wenig er mit seinem Leben angestellt hat.

Manche haben sich möglicherweise nicht sehr oft verliebt, gerade weil ihnen diese Disziplin sehr wenige Zeit dafür gelassen hat, dies war aber nur der Fall, wenn sich dabei Erfolge eingestellt haben. Haben sie viele Verluste gemacht, dann kommen die Gedanken an einen Selbstmord schneller.

Diese Menschen, so Greenstein, sind clevere junge Leute, die Einiges für diese Welt parat haben, doch der Erfolg steht mit Geld nicht allzu sehr in Zusammenhang. Greenstein sagt, dass es zu seiner Zeit wichtig war, die Welt besser zu machen, wenn man erfolgreich sein wollte.

Professionelle Pokerspieler kommen mit seiner Vorgehensweise nicht allzu weit. Er rät den Spielern, an sich mehr Erwartungen zu stellen, als nur gut Poker spielen zu können, diese Situation ist genau richtig, um sich dies klarzumachen. Zahlreiche Pokerprofis haben sich nach seiner Meinung nach nicht selbst getestet.

Er sagt, dass er ein Unternehmen im Softwarebereich gegründet hat, um sich zu zeigen, dass es ihm auch gelingt. Für ein erfolgreiches Unterfangen war eine Menge Arbeit nötig. Es bedarf nicht nur eines hellen Köpfchens, sondern auch Anstrengungen um Mühen.

Genau mit dieser Vorgehensweise hatte Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, großen Erfolg.

geschrieben am 20.10.2011 von Kristina Pechstein


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