Anklage zum großen EPT Pokerraub von Berlin

Vor ungefähr zwei Monaten fand der überfall auf die EPT Berlin statt, als vier maskierte das Grand Hyatt Berlin stürmten und mit Macheten bewaffnet die EPT Berlin um ihren Pott erleichterte.

Damals ging das Ereignis durch alle Medien. Nun ist die Anklageschrift gegen die Räuber fertig und man kann wohl rückblickend sagen, dass sich Verbrechen nicht lohnt:

Bereits kurz nach der Tat ließ die ermittelnde Polizei verlauten, die Täter seien ausgesprochen dilettantisch vorgegangen und man versprach sich schnelle Erfolge bei der Fahndung. Der Grund dafür war zunächst der Fund von Fingerabdrücken eines Täters. Diese konnten gefunden werden, weil dieser sich einen Koffer von einem Wachmann abnehmen ließ. Dazu kamen Aufnahmen der überwachungskamera auf denen das Gesicht eines Räubers identifiziert werden konnte, der zu voreilig die Maske vom Gesicht zog.

Schnell wurde ein erster Verdächtiger festgenommen. Auch wenn dieser bereits nach einigen Stunden wieder gehengelassen werden musste, war der Druck durch die Fahndung bereits hoch und schließlich stellte sich einer der Täter freiwillig. Verdat S. war es, der mit knapp 21 Jahren zu einem sehr jungen Kronzeugen wurde. Im Tausch zu einer milderen Strafe gab er eine vollständige Aussage ab. Bald waren auch die restlichen Täter gefasst; alle samt sehr jung. Der älteste - gerade mal 28 Jahre alt - stellte sich als der Kopf der Bande heraus und wurde in seiner eigenen Wohnung verhaftet.

Nun wird sehr zügig gegen die Räuber vorgegangen. Mitte Juni werden die Verhandlungen stattfinden. Dann wird sich auch zeigen, wie die Strafen ausfallen werden und ob es eine Milderung für einige der jüngeren Täter gibt. Problematisch wird auch der Umgang mit dem Kronzeugen Verdat S. sein, dem wegen der Aussage möglicherweise eine Rache innerhalb der kriminellen Szene droht. Auch wird gehofft, dass mehr von dem gestohlenen Geld wieder auftauchen wird. Bisher ist nur ein Bruchteil der Beute wieder fündig geworden.

Für die Pokerwelt brachte das Ereignis vor allem im europäischen Raum wenigstens einen positiven Effekt: man wird sich der Attraktivität von großen Turniere bewusst, die diese für kriminelle Energie entfalten. Enorme Summen sind bei solchen Veranstaltungen auf den Tischen und diese stehen einem Sicherheitssystem gegenüber, das diesen Ansprüchen nicht Gerechtwerden kann. Die großen Pokerevents brauchen inzwischen ähnliche Vorkehrungen wie Banken.



geschrieben am 14.05.2010 von Kristina Pechstein


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